was kostet ein Welpe?

Was kostet denn bei Ihnen ein Welpe?“


Das ist die Frage, die jedem Welpeninteressenten auf der Seele liegt.

Uns als Hobby-Züchter veranlasst diese Frage nicht selten zu tiefem Seufzen, wird sie doch schon oft gestellt, wenn man den Telefonhörer noch gar nicht richtig am Ohr hat. Da war kein „Hallo“, keine Fragen zu den Welpen oder ihrer Aufzucht, kein Interesse an den Elterntieren.

 

Uns stellt sich dann zwangsläufig die Frage, ob der Anrufer ein wirkliches Interesse an einem rassetypischen, gut sozialisierten und gesunden Deutschen Schäferhund hat und vor allem, ob der Anrufer sich im Klaren darüber ist, dass ein Hund nach seiner Anschaffung Folgekosten mit sich bringt, die den Welpenpreis um ein vielfaches übersteigen.

 

Wer also schon beim Kaufpreis eines Welpen zu schlucken beginnt, den bitten wir noch einmal in sich zu gehen und genau zu prüfen, ob er in der Lage ist für alle Folgekosten eines Hundes z.B. Futter, Versicherung und Tierarztkosten aufzukommen.

 

Für alle anderen wurde folgende humorvolle Aufstellung ausgearbeitet, um die Frage aller Fragen ein wenig zu erläutern:

 

  • niedlicher, kleiner Schäferhundwelpe, vom Züchter fachgerecht aufgezogen, einfach zum Verlieben: ca. 800€ – 1.100€

  • Halsband, Leine, Näpfe und Welpenspielzeug: ca. 75€

  • Tierarztkosten für Impfungen und Entwurmen: ca. 75€

  • Haftpflichtversicherung: ca. 60€

  • Futter für ein Jahr: ca. 500€

 

Zwischensumme: ca. 1.510€ – 1.810€

 

  •  in der ersten Nacht drei Paar zerkaute Herrensocken und ein Damendessous: ca 80€
  • in der zweiten Nacht schläft der Welpe nicht mehr im Schlafzimmer, sondern im Flur: Ersatz des angekauten und vollgepieselten Perserteppichs: ca. 600€

  • Für die dritte Nacht muss eine Hundebox her: ca. 150€

  • zwischendurch gekillte Sachen: ca. 2.000€

  • auf dem Parkplatz der Hundeschule den Welpen 15 Minuten allein im Auto gelassen: Sicherheitsgurt austauschen und den Schaltknüppel ersetzen lassen: ca. 400€

  • eine Transportbox fürs Auto kaufen, weil die erste nicht in den Kofferraum passt: ca. 500€

  • größeres Halsband, zerkaute Lederleine durch Nylonleine ersetzen, neues Spielzeug und jede Menge Kauknochen: ca. 200€

  • Gartenzaun auf 2,50m erhöhen, Bordstein setzen gegen die Untertunnelungsversuche des hochbegabten kleinen Tiefbauingenieurs: ca. 2.500€

  • neues Auto mit Anhängekupplung und ein Hundesportanhänger, damit das Auto von innen endlich sauber bleibt: ca. 20.000€

  • der Landwirt vom Dorfrand muss seinen Weidezaun wieder aufrichten, denn unser Liebling hat seine Jagdinstinkte an der Jungbullenherde erprobt: ca. 1.000€

  • eine Runde Freibier für die Helfer der freiwilligen Feuerwehr für das Einfangen der Jungbullen auf der Bundesstrasse: ca. 250€

  • Spende an den örtlichen Tierschutzverein wegen vorsätzlicher Quälerei von Klauentieren: ca. 250€

  • Hürde, Verstecke und A-Wand für den Garten, teils im Eigenbau, um das Trainingsprogramm zu optimieren und den Hund endlich von den verdammten Viechern abzulenken: ca. 1.000€

  • Anwalts- und Gerichtskosten für den Prozess gegen die Nachbarn, die sich mittlerweile hauptsächlich durch das Bellen des Hundes, aber auch durch seine bloße Anwesenheit gestört fühlen: ca. 4.000€

  • am besten kauft man gleich einen Resthof auf dem Land, um auch endlich mehrere Schäferhunde halten zu können und selbst zu züchten: ca. 200.000€

  • jährliche Reisekosten für die Teilnahme an, Unterordnungs -, Fährten- und Schutzdienstseminaren, Ausscheidungen, Prüfungen und Hundeausstellungen am Ende der Welt: ca. 6.000€

  • Campingfahrzeug mit Platz für mindestens vier Hunde, damit das Reisen endlich billiger wird: ca. 18.000€


Endsumme: ca. 245.000


Die vorliegende Aufstellung beruht auf Erfahrungswerten. Der Preis für einen Deutschen Schäferhund ist nach oben unbegrenzt.


Obwohl sich finanzielle Probleme wegen größerer Urlaubsreisen, anspruchsvollen Ehepartnern oder Daueraufenthalten der Schwiegermutter durch die Schäferhund-Haltung meist von selbst erledigen, ist diese Hunderasse somit den Privilegierten vorbehalten.


Denk daran, wenn Dir auf dem nächsten Spaziergang ein dreckbespritzter Mensch in Gummistiefeln und mehreren Hunden im Schlepptau begegnet: Es handelt sich nicht um einen Asozialen, sondern mindestens um den Filialleiter der örtlichen Sparkasse.
Der wird Dich beim Gespräch unter vier Augen, lächelnd über die Auszüge Deines gesperrten Girokontos gebeugt, fragen: “Ja wussten Sie denn nicht, was so ein Schäferhund kostet?”

 

(Autor unbekannt)

 

inspiriert durch und gefunden auf: http://lino.at/?page_id=359